Forschung und Entwicklung

bei Petri+Lehr. Ein Beitrag aus der Offenbacher Wirtschaft 06/2016

 

Es ist eine Win-Win-Win-Situation gleich für drei Beteiligte: Für Autofahrer*innen mit körperlicher Beeinträchtigung, für Wiederverkäufer, wie renommierte Automobilhersteller und Umrüstungsbetriebe, und für Petri+Lehr, den Produzenten der innovativen Mobilitätshilfen.

Frei von Begrifflichkeit, Marktforschung und hohen Ausgaben wird „Grundlagenforschung“ bei Petri+Lehr ganz unkonventionell durch intensiven Gedanken-, Erfahrungs- und Meinungsaustausch mit den Menschen definiert. Menschen, die mit ihren individuellen Wünschen und Bedürfnissen für eine Fahrzeugumrüstung den Weg in die Werkstätten des hessischen Traditionsunternehmens nach Dietzenbach finden. Fragen, zuhören, Lösungen finden – so simpel ist die Vorgehensweise. Bei jeder individuellen Umrüstung ist das selbstverständlich und auch bei Neuentwicklungen äußerst erfolgreich.

Seit fast 115 Jahren stehen bei Petri+Lehr versierte und hochmotivierte Experten im Dienste der Menschen, die für ihre autarke Mobilität eine Hilfe benötigen. Während die Ingenieure anfänglich noch vollständige Kleinfahrzeuge konstruierten, sind es heute Fahrhilfen, die sich in jedes Auto-Interieur integrieren lassen und international allerhöchsten Sicherheits- und Qualitätsstandards der Automobilindustrie entsprechen. Beispielgebend sei hier die Fahrhilfe MFD Touch (Multifunktionsdrehknopf) genannt, eine Lenkhilfe mit einer elektronischen Ansteuerung der Sekundärfunktionen (Blinker, Licht, Wischer, Hupe), die über eine direkte, kodierte Verbindung mit der gesamten Bordelektronik per Funk vernetzt ist.

­­Seit der Übernahme durch Dr.-Ing. Andreas Kehrel im Jahr 2013 stehen bei Petri+Lehr Produkt- und Prozessentwicklung verstärkt im Vordergrund. Unter der Führung von Entwicklungsleiter Bernhard Knon forcieren eigene Techniker gemeinsam mit externen Fachkräften aus Design und Engineering ambitionierte Projekte. Herr Knon ist früh mit seinem Pendant aus dem Hause Daimler-Benz im fachlichen Dialog. Mit dem Anspruch, Menschen mit körperlichem Handicap den Wunsch nach Mobilität auf höchstem Niveau zu erfüllen, befinden sich beide Partner auf Augenhöhe.

Ein Beispiel ist das schmal konstruierte Multima®PRO, mit dem Rolli-Fahrer*innen das volle Fahrvergnügen erleben können. Sie profitieren durch das verfeinerte Handbediengerät von einer deutlich erleichterten Ziehbewegung zum Beschleunigen sowie weniger Druckbedarf nach vorne beim Bremsen. Eine erweiterte Sitzverstellung nach vorne, die auch eine Fahrzeugnutzung im Wechsel mit klein gewachsenen Fußgängern/ Fußgängerinnen erlaubt, ist eine echte Neuschöpfung. „Endlich gibt es ein Handbediengerät mit dem meine Fahrschüler*innen sehr gut zurechtkommen und auch meine Frau (Fußgängerin)“ schwärmt Uwe Thiele, Inhaber der Fahrschule FbM für Menschen mit körperlichen Behinderungen. „Modernes Doppel L-förmiges Design, das sich harmonisch in die elegante Formensprache des Fahrzeuginterieurs fügt“, heißt es dazu bei Daimler. Dagegen ist der Wunsch nach einer individuellen Belederung bei Petri+Lehr schon fast als Standard zu bezeichnen.

Der Markt reagiert, wie es sich ein Unternehmen nur wünschen kann: Mit positivem Zuspruch aus Kundenkreisen, hohen Verkaufszahlen und dem erstmaligen Einbau in einer Produktneuheit, der neuen E-Klasse von Mercedes-Benz. Auch andere Automobilbauer sind längst mit an Bord. Neben Daimler schwören Volkswagen und Audi auf die Kompetenz von Petri+Lehr und deren Innovationen wie den MFD Touch und das Multima®PRO.

Entwicklung heißt immer auch Entwicklung an der Entwicklung. Schneller und agiler neue Ideen umsetzen zu können ist ein begleitendes Thema. „Es wird niemanden mehr überraschen, dass bei Petri+Lehr die «Prozessoptimierung» auch die Gesprächsform innerhalb des Führungs- und Entwicklungsteams ist“, so der Prokurist Jörg Federer.

Entwicklung gestaltet immer auch das Morgen. Bei Petri+Lehr ist die Zukunft schon immer klar und präzise formuliert: In jedem Fall mobil!

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