Der Weg zum Führerschein

mit körperlichen Einschränkungen

Jeder erwachsene Bürger hat ein Recht auf eine Fahrerlaubnis, auch wenn eine körperliche Einschränkung vorliegt. Die Fahrerlaubnis kann nur bei einer klar erwiesenen Nichteignung verweigert werden. Über die Fahrerlaubnis und die Fahrzeugzulassung entscheidet die Verwaltungsbehörde. Genauer die Führerscheinstelle des Landratsamtes, des Ordnungsamtes oder der Stadtverwaltung.

Grundlage aller Entscheidungen ist die Fahrerlaubnisverordnung (FeV). Hier werden u.a. die Zulassungen von Personen und Fahrzeugen zum Verkehr auf öffentlichen Straßen rechtlich bestimmt und ist damit die Grundlage für alle Verkehrsteilnehmer.

Um ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, was es zu beachten gibt und welche Änderungen am Fahrzeug in einen Führerschein einzutragen sind, haben wir für Sie die wichtigsten Punkte zusammengestellt.

 

1. Sie sind körperlich eingeschränkt und möchten den Führerschein erwerben

Wenden Sie sich an eine Fahrschule, die mit verschiedenen Fahrhilfen ausgestattet ist und schließen Sie mit ihr einen Ausbildungsvertrag ab. Über Ihre Fahrschule stellen Sie einen Antrag bei der für Sie zuständigen Führerscheinstelle. In dem geben Sie an, in welcher Weise Ihre körperlichen Fähigkeiten durch Unfall oder Krankheit eingeschränkt sind. Danach prüft die Verwaltungsbehörde Ihre körperliche und geistige Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen.

Dazu benötigen Sie die Hilfe von Fachleuten:

1.1 Ein amts- oder fachärztliches Gutachten

Das Gutachten ist die Grundlage für alle weiteren Untersuchungen. Achten Sie hierbei – wie bei allen anderen Dokumenten auch – unbedingt darauf, dass Sie immer im Besitz des Originals bleiben.

Unser Tipp:

  • Geben Sie immer dem Facharzt den Vorzug
  • Achten Sie auf die Aussagekraft der Atteste und Bescheinigungen

1.2 Gutachten eines amtlich anerkannten Sachverständigen oder Prüfer für den Kraftfahrzeugverkehr

Letztere sind in den alten Bundesländern die Sachverständigen des TÜV und in den neuen Bundesländern die der DEKRA.

Dieses Gutachten schlägt der Verwaltungsbehörde die Beschränkungen und Auflagen für Ihre Fahrerlaubnis vor. Sie sind frei in der Wahl Ihres Sachverständigen.

Unser Tipp:

  • Gehen Sie zu einem Sachverständigen Ihres Vertrauens
  • Lassen Sie sich von dem Sachverständigen beraten
  • Lassen Sie sich alle Beschränkungen und Auflagen erklären
  • Fragen Sie nach Begründungen

Sie dürfen nicht weiter eingeschränkt werden, als es unbedingt erforderlich ist. Das gilt auch, wenn Sie einen Kostenträger haben. Nur was im Führschein enthalten ist, kann einen finanziellen Zuschuss möglich machen.

Allerdings kann es passieren, dass Sie das eine oder andere nützliche Hilfsmittel selbst finanzieren müssen.

und/oder

1.3 In Sonderfällen ist ein medizinisch-psychologisches Gutachten notwendig

Bei Krankheiten, in denen das Gehirn beteiligt war, ist dieses Gutachten notwendig.

  • Schädel-Hirn-Trauma
  • ICP (Infantile Cerebral-Parese oder spastische Lähmung
  • Schlaganfall Spina bifida (offener Wirbelkanal)
  • Multiple Sklerose

Natürlich kann es auch passieren, dass der Sachverständiger bei einer Fahrprobe Auffälligkeiten feststellt und die Verwaltungsbehörde dieses medizinisch-psychologische Gutachten einfordert. Dann heißt es, dieses Gutachten vorlegen, für die eigene Sicherheit und für einen zügigen Ablauf der Genehmigungen.

Unser Tipp:

  • Für jedes Gutachten sind Sie der Auftraggeber
  • Achten Sie darauf, dass Sie das Original erhalten
  • Alle Gutachter unterliegen der Schweigepflicht
  • Die Schweigepflicht bedingt Ihre Unterschrift für das Weiterleiten des Gutachtens